Die Kamera ist der Erzähler des Films, sie steuert Interpretationen, produziert und organisiert das Bild. Sie vermittelt den Standpunkt des Zuschauers, die Kamera verleiht das Gefühl der übermenschlichen Freiheit durch großräumige, z.T. flugähnliche Bewegungen außerhalb der menschlichen Möglichkeiten. Kameraeinstellungen setzen die Größe des abgebildeten Menschen / Gegenstandes ins Verhältnis zum Bild. Sie lenken den Blickwinkel des Betrachters und suggerieren dem Zuschauer ein Bild der auftretenden Figuren. Nähe zur Figur betont und lenkt die Aufmerksamkeit des Zuschauers, der Blick des Betrachters wird auf die Figur gezwungen. Distanz erzeugt Ruhe und gibt dem Betrachter mehr Informationen über die ganze Szene.
viel Landschaft, kleine Menschen ->Überblick, Grundstimmung erzeugen
Szene mit allen wichtigen Elementen, Menschen sind eher untergeordnet -> deutet eine Aktion an
Menschen von der Hüfte an aufwärts -> situativ, häufig bei Figurenkonstelleationen, Dialogen
Western Stil - Gesicht und Hand zum Revolver
Kopf bis Mitte Oberkörper / Brust -> betont Mimik + Gestik z.B. bei Gespräch, Diskussion
Kopf und Schulter -> Mimik Emotionen -> Charakterisierung, Identifikation des Zuschauers mit der Figur
-> Signal, Betonung einer Emotion oder Handlung
Die Kombination von Kamera- und Objektbewegung (z.B. Schwenk und Fahrt und Bewegung der Figur) erzeugt einen Bewegungsfluss bzw. dynamische Bewegungsabläufe. Dadurch wird versucht den Zuschauer das Gefühl zu verleihen, dass er mit in die Handlung einbezogen wird. -> Spannungen werden induziert, Effekte scheinen körperlich erlebbarer
Der Standpunkt bleibt unverändert, der Blick folgt den Figuren, z.B. er eilt voraus oder zeigt den ganzen Raum oder macht auf andere Figuren aufmerksam
Der Standpunkt bleibt unverändert, nur der Blick schwenkt nach unten oder oben, z.B. um eine Figur Schritt für Schritt zu verfolgen oder um bestimmte Körperteile / Kleidung / Gegenstände zu betonen
Der Standpunkt bleibt unverändert, die Kamera rollt mit oder gegen den Uhrzeigersinn um die Blickachse, dieser Effekt wird aber eher selten verwendet, da er verwirrend wirkt.
Die Kamera bewegt sich auf Kran, Auto, Hubschrauber etc. um eine Figur im Blick zu halten, man kann die Figur verfolgen, sich von ihr distanzieren, zurückweichen, entgegenkommen oder z.B. um sie herum fahren. So können Konflikte angedeutet werden bzw. es wird eine eigen Dynamik erzeugt, der Zuschauer meint sich selbst zu bewegen.
Kreuzt die Blickachse, der Zuschauer wird kaum oder gar nicht tangiert. Der Abstand zum Geschehen bleibt gleich.
Die parallele Bewegung zur Bildfläche dynamisiert, dramatisiert oder verfolgt eine Figur / Objekt und holt sie /es in den Blickraum des Zuschauers, dadurch wird die Figur / das Objekt betont.
Der Zuschauer weicht zurück und gewinnt Abstand zum Geschehen.
Änderung der Brennweite des Objekts, ähnlich der Kamerafahrt aber das Verhältnis von Figur oder Objekt zum Hintergrund wird unverändert, die Betonung der Bildelemente wird verändert.